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Josef Steib-Nachlass

Kurz nach Gründung der Kulturstiftung wurde der Nachlass von Brunhilde und Josef Steib in die Kulturstiftung überführt. Bei diesem Nachlass handelt es sich um die ehemalige Galerie, das Atelier und Wohnhaus des Ehepaares mit sämtlichen Ausstattungsstücken sowie dem gesamten künstlerischen Œuvre von Josef Steib.

Brunhilde Steib, die nach dem Tode ihres Mannes 1957 die Galerie verwaltete, erhielt den seinerzeitigen Zustand annähernd unberührt, um damit an das künstlerische Schaffen ihres Mannes zu erinnern. Durch zudem von Josef Steib im Nachlass und aus Privatbesitz zur Verfügung gestellte Autografen wird das vorliegende, umfangreiche Material vervollständigt.

In den letzten Jahren hat die Kulturstiftung nach Sichtung der erhaltenen Archivalien und Autografen die Künstlerbiografie vervollständigt. Der Fokus lag hier insbesondere auf den Untersuchungen der NS-Vergangenheit des Künstlers. Die weiterführende Aufarbeitung des Nachlasses erfolgt in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung.

Besucherinformationen

Ein Besuch der ehemaligen Galerie ist nach vorheriger Absprache mit dem Galerieverwalter Rudolf Mattar möglich.

Bitte setzen Sie sich bei Interesse telefonisch mit Herrn Mattar in Verbindung.

Kontakt:

Rudolf Mattar (Galerieverwalter)
Tel.: 02671-980420
Fax: 02671-980421
Email: rudolf.mattar(at)t-online.de

Hinweis:

Die Galerie Josef Steib ist nur auf Ebene der Moselpromenade im Erdgeschoss barrierefrei.

Anschrift der Galerie:

Galerie Josef Steib
Moselpromenade 22
56812 Cochem

Josef Steib (1898-1957)

1898 

Josef Steib wird als Sohn einer Kaufmannsfamilie am 13. Februar in München geboren.

1911 

Geburt von Johanna Brunhilde Titscher, Steibs zweiter Ehefrau, am 24. August.

1912 

Steib schließt die Schule mit der 8. Klasse ab und beginnt eine kaufmännische Lehre in Mehring bei Augsburg bei seinem Onkel Matthias Steib.

1916-18

Josef Steib meldet sich zum freiwilligen Kriegsdienst bei der Marine.

1919 

Erste Überlegungen Maler zu werden, die Steib aus wirtschaftlichen Gründen verwirft, und weiter im kaufmännischen Bereich arbeitet.

1920 

Ab dem 28. April ist Steib in Düsseldorf gemeldet, wo er am 15. Juni Charlotte Wundtke heiratet. Kaufmännische Anstellung als Magazinverwalter.

1921

Am 7. Juli Geburt der Tochter Regina Maria Charlotte. Sie wird später ebenfalls Künstlerin.

1923

Steib trifft die Entscheidung Maler zu werden und kündigt seine Anstellung zum 31. Juli. Dafür besucht er nun Kurse der Kunstakademie Düsseldorf, vorrangig bei Prof. W. Herberholz, ohne sich aber zu immatrikulieren. Stattdessen bildet er sich autodidaktisch weiter.

1924

Anfang des Jahres auf Studienreise in Rom und Florenz.

1925

Das Porträt von Johanna Ey belegt seinen Aufenthalt in Düsseldorf und im Café Ey.

Am 13. November Geburt von Sohn Wolfgang Dietrich Josef.

1926 

Erste Bekanntschaft mit dem Hotelier Lambert Fellenz, dem damaligen Leiter des Hotels Germania, und Jacob Louis Ravené, dem Besitzer der Burg Cochem. Steib hält seine Eindrücke von Eifel- und Mosellandschaften in seinen Gemälden fest.

1928

Bekanntschaft mit dem expressionistischen Maler und Mitbegründer des „Jungen Rheinlands“ Gert Wollheim.

1930 

Auszeichnung mit der Hindenburg-Plakette bei der Ausstellung „Eifellandschaften“ in Koblenz.

1932

Steib erhält in Nürnberg den Albrecht-Dürer-Preis.

1933 

Scheidung der ersten Ehe.

Am 1. Mai Eintritt in die NSDAP.

1934 

Bisherige Archivquellen belegen eine SA-Mitgliedschaft von Januar bis September 1934 in Düsseldorf. 

Im Feb./März. ist er Gast bei einem Übungsmanöver der Kriegsmarine und fertigt Skizzen von Schiffen an.

Steib bereist Skandinavien und den Mittelmeerraum.

1935

Am 30. Juli erfolgt der Umzug aus der Schadowstr. 68 in Düsseldorf in die Kaiserallee 204 nach Berlin.

Erste Begegnung mit Brunhilde Titscher auf einem Künstlerball im Herbst.

1936

Josef Steib heiratet Brunhilde Titscher am 21. März in Dresden.

Er erhält den Kunstpreis der Stadt Graz.

Auf der deutschen Kunstschau in Görlitz werden zwei Radierungen (Traum eines Boxers, Selbstbildnis) als entartet beschlagnahmt.

1937

Ausstellung in Neuburg an der Donau. Auftrag des Bürgermeisters von Neuburg an der Donau für ein Hitlerporträt.

Gemälde „Straßenbahnleitung“ aus der Städtischen Galerie Nürnberg als entartet beschlagnahmt.

1940-1944

Teilnahme an der "Großen Deutschen Kunstausstellung" in München 1940 mit zwei Arbeiten, 1941 mit sechs Arbeiten, 1942 mit vier Arbeiten, 1943 mit 11 Arbeiten (davon 6 Stadtwappen) und 1944 mit 13 Arbeiten.

1943

Im Februar Ausschluss aus der Partei. Darauf folgt der Umzug des Ehepaars nach Bad Frankenhausen, um den angedrohten Konsequenzen durch den Parteiausschluss zu entgehen.

Die Berliner Wohnung behalten sie weiter.

Das Berliner Atelier wird bei einem Bombenangriff am 22. und 23. November 1943 mit dem gesamten Inventar zerstört.

1944.

Am 30. April erleidet Steib einen schweren Herzanfall.

1945 

Ansiedlung in Rennertshofen bei Neuburg nach der Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone.

1947

Klage der Spruchkammer gegen Steib im Zuge seines Entnazifizierungsverfahrens zur Einordnung als „Belasteter“.

Abschließend Einstufung als „Mitläufer“, eine Geldsühne wird entsprechend seines Einkommens verhängt.

1948

Überlegungen nach Amerika auszuwandern.

1949 

Josef Steib folgt der Einladung von Lambert Fellenz nach Cochem, wo seine erste Nachkriegsausstellung stattfindet.

Er erhält das Angebot zur Übersiedlung, verbunden mit der Vermittlung eines Hauses an der Moselpromenade durch Landrat Herlet.

1954 

Eröffnung der Galerie Josef Steib nach Umbau des Cochemer Hauses.

1957 

Josef Steib stirbt nach schwerer Krankheit am 29. September in einem Bonner Krankenhaus. Die Galerie wird von Brunhilde Steib bis 1994 weitergeführt.

Gattow, W.: 

  • Josef Steib. Maler der Eifel und Mosel, in: Eifeljahrbuch 1961, Düren 1960, S. 141-143.

Jenker, H.: 

  • Josef Steib, Berlin 1942.
  • Radierungen aus deutschen Städten und Dörfern, Berlin 1942.

Joist, C.-P.: 

  • Josef Steib, in: Landschaftsmaler der Eifel, Düren 1997, S. 157-160.

Karos, K.: 

  • Maler und Radierer, Wittlich 1930.

Kreim, F.: 

  • Geboren unsere Zeit zu deuten. Der Maler Josef Steib, München 1955.
  • Mensch und Welt von heute, Cochem 1953.
  • Josef Steib malt und zeichnet eine andere Welt in metaphysischen Bildern, Cochem 1955.
  • Josef Steib. Radierungen. Dokumentation aus dem graphischen Werk des Malers Josef Steib, Cochem 1981.

Schommers, R.: 

  • Josef Steib. Maler und Radierer. Metaphysische und religiöse Bilder 1924-1957, Ausst.-Kat., Cochem 1991.
  • Josef Steib. Von Farben besessen, von Licht beseelt, in: Kreis-Jahrbuch 1998, o.A.
  • Ein Maler in seiner Wahlheimat zwischen Mosel und Maaren, Ausst., Cochem 1998.

Steib, B.: 

  • 21 glückliche Jahre sowie Reiseberichte von Papua Neuguinea und Bali, Cochem 1982.

Steib, J.: 

  • Autobiographische Skizze, in: Rheinische Heimatsblätter 7 (12), Koblenz 1930.
  • Maler und Radierer, Wittlich 1936.
  • Maler und Radierer. Bilddokumente 1936-1940, Berlin 1940.
  • Radierungen aus deutschen Städten und Dörfern, Berlin 1942.
  • Westindisches Skizzenbuch, Cochem 1956.

Begleithefte zu den Sonderausstellungen in Cochem 2009 bis heute